Samstag, 8. März 2014

Veränderung

Wie ging es nach unserem letzten Eintrag weiter? Zunächst einmal hatten wir unmittelbar danach einen verdammt coolen Abend (Nacht) im Casino. Wir haben ordentlich gezockt, Bodo sogar mit Glück und Jensen hat zu guter Letzt seinen Leverkusener Pillendrehern beim Verlieren zugesehen.

Als dann wieder unsere Arbeitswoche begann ging es für uns direkt etwa 200 Kilometer weiter in den Norden auf die Cattle-Farm. Wir waren ziemlich übermüdet als wir ankamen, da wir bereits um 3 Uhr morgens mit Paul aufgebrochen waren. Er war mit seinem Truck voraus - und wir hinterher gefahren. Bei der Gelegenheit haben wir dann auch gleich unsere erste Truckfahrt miterlebt.


Arbeitstechnisch erwartete uns hauptsächlich Viehtreiberei. Zu der Zeit als wir da waren, waren "nur" etwa 2500 Tiere auf der Farm, was verhältnismäßig wenig ist. Diese weiden dann jedoch auf gut 16.000 Hektar Land. Bei australischen Größendimensionen liegt die Behauptung nicht fern, dass den Tieren hier vermutlich ein erfüllteres Leben vergönnt ist, als in deutscher Biolandwirtschaft. Die Farm war schon echt riesig (wir haben gar nicht alles sehen können), allerdings wurden unsere Vorstellungen von Größe nochmal ordentlich ausgereizt als wir erfuhren dass die Cattle Station oben im Norden, die auch zum Eigentum von Don gehört, eine Fläche von 1.500.000 Hektar aufweist. Für mathematikbegeisterte Leser: ein Hektar hat 10.000 m², wen es interessiert der kann diese Fläche ja mal mit der Fläche des Saarlandes vergleichen oder so. Teilt uns das Ergebnis aber bitte mit, interessiert uns auch!



Wenn das Vieh in den abgebildeten Gehegen eingeschlossen war, mussten wir es in eine Art Schleuse treiben, damit die Tiere Impfungen und dergleichen bekamen. War an und für sich eine echt spannende Aufgabe, aber man muss halt echt aufpassen nicht überrannt zu werden. Wenn die Tiere panisch sind, dann werden die auch schon gut und gerne mal aggressiv. Ist aber glücklicherweise nichts passiert.


Am ersten Abend wurden wir netterweise von Tim, dem Farmer, zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Es gab das ein oder andere Gläschen Alkohol und selbst gemacht Würstchen. Normalerweise kümmert sich Tim ganz alleine um die Farm, allerdings arbeiteten wir in den 3 Tagen noch mit vier anderen Leuten zusammen. Alle waren supernett und es war im Großen und Ganzen einfach eine klasse Erfahrung.

Ein Highlight für Jensen war noch, dass Tim ihn abends mit zum Känguru-Schießen genommen hat. Die beiden sind mit Tims Geländewagen noch gut eine halbe Stunde lang durch den Busch gebrettert und Tim hat im Endeffekt zwei Kängurus erlegt. Zusammenfassend kann man sagen, dass das schon eher ein brutales Erlebnis war - insbesondere weil wir die Kängurus ja eigentlich cool finden. Allerdings ist der nüchterne Fakt nun mal dass die Natur brutal ist. Ganz davon abgesehen, dass es hier in Australien schlicht und einfach massiv zu viele Kängurus gibt. Und im Endeffekt bereut Jensen sogar ein bisschen dass er selbst nicht die Gelegenheit genutzt hat mal zu schießen.. Aber wir haben ja noch etwas Zeit!

Nachdem wir von der Farm wieder zurückgekehrt waren ging dann wieder der normale Alltag los.


Hier ist unser Wohnzimmer zu sehen, wo Bruno sich einquartiert hat


Alltag war in diesem Fall allerdings positiv. Und zwar deshalb, weil damit einherging dass Jensen doch noch die ganze Zeit über auch auf dem Platz arbeiten konnte. Wir beiden haben also die letzten beiden Wochen im ganz normalen Alltagstrott durchgebracht. Für Robin gab es sogar noch eine Wochenendsschicht - Jensen konnte diese aufgrund einer Erkältung allerdings nicht mitmachen. Und was war bei Bruno so los? Seine Zeit auf dem Weingut neigte sich auch so langsam dem Ende zu. Er hat bei weitem nicht so viele Stunden gemacht wie wir beiden, allerdings diente der Job sowieso eher der entspannten Finanzierung des Bali-Urlaubes. Hauptsächlich gab es für Bruno das ein oder andere Essen mit den anderen Angestellten vom Weingut. Also alles in allem absolut gut.

Unsere letzten Wochen alle zusammen haben wir auch noch ausgiebig genutzt um Zeit mit Rodney zu verbringen. Da er in der Zeit immer mal wieder auch bei uns auf dem Platz gearbeitet hat, gab es öfter mal einen Grund für ein Feierabend-Bierchen.




Jetzt war so lange im heutigen Eintrag der Alltag das Hauptthema, da könnte man sich wundern wieso der Titel dieses Posts "Veränderung" heißt. Nun ja, Robin und Bruno sind fertig mit der Arbeit und lassen es sich in Bali gut gehen (Ich hab sie gestern abend zum Flughafen gebracht). Für die beiden ist es also eine ganz positive Veränderung die stattgefunden hat. Ich arbeite dieses Wochenende und die darauf folgende Woche noch auf dem Platz und frische mein Budget ein wenig auf. Das ist auch ganz gut so. Ich weiß gar nicht so genau ob ich Bruno auf dieser Seite der Welt nochmal wiedersehen werde, weil er dann auch recht bald nach der Ankunft aus Bali zurück nach Hause fliegen wird. 
Der Hauptgrund, wieso dieser Eintrag seinen Namen hat ist jedoch, dass Robin und ich ab nun getrennter Wege gehen werden. Das hat sich in den letzten zwei Wochen so ergeben, da Robin von Darren (unserem Chef) das Angebot bekommen hat, mit der Spedition in den Norden zu gehen um dort Walze zu fahren. Das ist so ein gutes Angebot, dass man es eigentlich gar nicht ablehnen kann. Da oben verdient man nochmal mehr Geld und die Erfahrung ist mutmaßlich Gold wert. Wie es mit uns beiden auf weite Sicht weitergeht ist ungewiss. Vielleicht treffen wir uns wieder - vielleicht aber auch nicht, das wird sich zeigen. Den Van werde ich auf jeden Fall erstmal behalten. 

Die unterschiedlichen Wege die wir einschlagen werden haben auch zur Folge, dass an dieser Stelle wohl zunächst nichts mehr über Robins Jahr in Australien zu lesen sein wird. Das liegt zum einen daran, dass der Blog über meinen Google-Account läuft, aber natürlich auch daran dass Robin oben im Norden schlicht und einfach kein Internet haben wird. 

Ob diese Veränderung gut oder schlecht ist? Keine Ahnung, das wird sich zeigen. Aber wir werden guten Mutes unsere jeweiligen Wege einschlagen!

Und Robin ist ja auch nicht wirklich alleine da oben, Rodney ist ja dabei. Die beiden haben sich nämlich ziemlich gut angefreundet mit der Zeit.



Was mich angeht, ich muss jetzt schlafen gehen. Morgen geht es wieder an die Arbeit. Was weiterhin bei mir passiert könnt Ihr an dieser Stelle natürlich weiterhin nachlesen. Ich gehe davon aus, dass es einiges zu berichten geben wird!
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende. Für heute möchte ich mich mit einem Bild verabschieden was ich vor gut einer halben Stunde gemacht habe, hier ist es ja schon dunkel. 

Liebe Grüße, Jensen





4 Kommentare:

  1. Hi Jensen, schade dass Robin aus dem Blog raus ist, ich lass es trotzdem in meinem Feed.
    1,5 Mio ha * 10.000 = 15 Milliarden m² = 15.000 km². Das wäre ca. 6 mal das Saarland, knapp halb so groß wie NRW oder ungefähr so groß wie Schleswig Holstein. Wenn man mit dem Auto von Paderborn nach Bochum fährt, sind das 122km. Ein Quadrat mit dieser Seitenlänge - 122km - sind knapp 15.000 km². Das ist verdammt groß. Bist Du sicher dass die Zahl stimmt und die Einheit Hektar sind? Australien ist zwar offiziell metrisch aber imperiale Einheiten sind da noch recht verbreitet ...

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    1. Robin ist ja jetzt auch glücklicherweise wieder drin. Tut mir leid dass die Antwort auf deinen Kommentar so spät kommt, aber es war einiges los in letzter Zeit..
      Zu den Längenangaben kann ich nur sagen, dass wir uns ziemlich sicher sind, dass die stimmen. Wir haben von mehreren Leuten erzählt bekommen, wie groß besagte Station ist und auch mehrmals nachgefragt, ob die wirklich Hektar meinen.. Scheint einfach ein riesiges Teil zu sein!

      Ich hoffe, dass Du weiterhin so aufmerksam alle Neuigkeiten von uns verfolgst. Es ist uns wirklich eine sehr große Freude, wenn wir Rückmeldungen bekommen! Liebe Grüße aus South Australia, Jan-Simon (Robin ist gerade nicht bei mir, aber ich bin sicher, dass er auch Grüße ausrichten lässt!)

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  2. Hallo Jensen, vielen Dank für Deinen schönen Block und die eindrücklichen Bilder.
    Nun, auch wenn sich Bruno und Robin aus dem Staub gemacht haben, bekommst Du ja in wenigen Tagen Besuch von zwei wilden Girlies, die dann mit ihrem Straßenkreuzer die Verkehrssituation in Perth ein bisschen aufmischen...
    Jule hat Deinen Tabak dann um die halbe Welt geschmuggelt, das sollte Dir einen kleinen Begrüßungs-Barbecue mit 1-2 Kängurusteaks wert sein;). Mir kannst Du dann auch einen Gefallen tun: Mach doch bitte mal ein vernünftiges Foto von Jule, von Jule und Luca und natürlich auch von Euch Dreien. Die Bilder, die wir von Jule über whatsapp erhalten sind kaum zu gebrauchen. Zwischen 50 und 80kb groß und deshalb auch kaum nachzubearbeiten.
    Von Deinem Papa hörte ich, dass Du beim worken so gut verdient hast, dass Du jetzt bald zum traveln übergehst. Alles Gute dafür!
    Bleibt schön gesund und beste Grüße!
    Axel

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  3. Hi Axel, schön dass du dich so engagiert hier einbringst. Leider war ich in letzter Zeit nicht sonderlich aktiv hier (die Gründe dafür stehen in dem neuen Eintrag). Sodass ich deinen Kommentar gerade erst gelesen habe, wo ich schon gut zwei Wochen mit deiner Tochter verbracht habe. Ich habe noch mehr Bilder von deiner Tochter, die ich dir auch gerne zumailen kann. Wenn du sie allerdings in der bestmöglichen Qualität haben willst, müsstest du warten bis ich wieder in Deutschland bin, das sprengt sonst sämtliches Datenvolumen, was ich hier internettechnisch habe.. Ich hoffe die Bilder, die du im neuen Eintrag siehst befriedigen zumindest ein wenig das Bedürfnis nach guten Bildern von deiner Tochter..

    Ich hoffe Du liest fleißig weiter unseren Blog! Es dürfte so langsam auch mal wieder Zeit für eine Revanche im Quiz Duell sein ;) In diesem Sinne wünsche ich Dir eine gute Besserung! Und grüß mal meine Alten, falls Du denen über den Weg laufen solltest :b Und Frau Wemhoff bitte auch :D

    Jan-Simon

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