Mittwoch, 23. April 2014

Roadtrip die Zweite - Adelaide

Nachdem wir uns noch zwei Tage länger in besagtem Scout-Camp aufgehalten haben (die Vorzüge der billigen Unterkunft, des freien WiFis und nicht zu guter letzt der netten Gesellschaft waren einfach nicht zu verachten), ging es für uns weiter Richtung Port Lincoln. Bevor wir aufgebrochen sind gab es aber natürlich noch einen kleinen Fototermin zusammen mit unserem Host Malcolm:


Da wir von Malcolm noch ordentlich mit Eiern und Toastbrot ausgestattet wurden, gab es am nächsten Morgen in Port Lincoln ein schönes, gepflegtes Frühstück mit Spiegelei, Bacon, Kaffee und einer recht netten Aussicht auf den örtlichen Hafen.


Da wir jetzt doch recht lange auf der Straße waren und hauptsächlich Natur und uns gegenseitig gesehen haben, wurde es für uns so langsam auch mal wieder Zeit, unter andere Backpacker zu kommen. So trafen wir die Entscheidung, noch eine Nacht länger in Port Lincoln zu bleiben und im örtlichen YHA Hostel unterzukommen. Das Hostel war zweifelsohne das sauberste, allerdings auch teuerste Hostel in dem wir bisher waren. Leider waren alle anderen Backpacker da so um die 30 und langweilig. Gute Sache war, dass wir als Hostelinsassen für $12 ein recht geiles Schnitzel mit Pommes in einem örtlichen Hotel bekommen haben. Und dazu gab es sogar noch ein Bier. Das ist für Australien schon echt billig.


War nicht so geil. Krönung des Aufenthalts war das Frühstück am nächsten Morgen. Ich hab mir Toast gemacht und mich erstmal auf mein Essen konzentriert, bevor ich mich ums sauber machen gekümmert habe. Da lagen dann halt für etwa 10 Minuten fünf Brotkrümel am Toaster rum, was für die Hostelbesitzerin Grund genug war, Robin eine Szene zu machen, wieso er so unordentlich sei. Als sie ihn dann auch noch als Lügner bezeichnet hat und darauf verwies, dass sie sich das Beweismaterial für Robins Verbrechen auch auf der Videoüberwachungs-anlage ansehen könnte war echt genug (Don't lie to me - I can see it on the camera!). Wir sind aber sowas von zügig da abgezogen :D Verspießte Pute.

Die Situation war für uns so skurril, dass wir noch schnell ein Foto von den drei Brotkrumen geschossen haben. Das mag für euch jetzt unspektakulär sein, das ist uns aber egal. Wenn wir uns da irgendwann wieder mit Hilfe des Blogs dran erinnern, dann haben wir nämlich mal wieder einen schönen Anreiz zum böshaftigen Auslassen.


Nachdem wir uns dann aus Port Lincoln verzeuselt hatten, ging es für uns wieder gen Norden. Nach ein paar hundert Kilometern haben wir uns von Whyalla aus auf einen kleinen Umweg begeben um uns noch eine stillgelegte Mine anzusehen, die in der Touristenbroschüre recht geil aussah.

Whyalla

War nur gut ein 100 Kilometer umweg dachten wir uns - also warum eigentlich nicht? Dort angekommen gab es dann die Information, dass man dort vor ein paar Monaten wieder den Betrieb aufgenommen hatte - also nix mit Besichtigung. Das ist auch so typisch Australien. Die legen das Teil für 30 Jahre still und entscheiden sich dann auf einmal wieder weiterzubuddeln. Aber auf die Idee, dafür zu sorgen, dass die Leute keinen Umweg für nix und wieder nix in Kauf nehmen kommt auch niemand. Immerhin gab es noch ein kleines ranziges Haus zum fotografieren.


Wir sind am selben Tag dann einfach noch bis kurz vor Port Augusta gefahren. Wer den letzten Eintrag aufmerksam gelesen hat, erinnert sich sicherlich noch an unser kleines Debakel mit den Krabben in Smoky Bay. Da wir immer noch nicht so ganz unsere Verpeiltheit akzeptieren konnten, haben wir seitdem gewisse Gegenstände wie beispielsweise das Fischernetz über Nacht unterm Auto deponiert. Als kleine "Challenge für unsere Aufmerksamkeit". In der Rest Area, in der wie diese Nacht verbracht hatten haben wir noch gemütlich gekocht und uns dann die Pläne für den nächsten Tag zurecht gelegt. Bevor es ans Schlafen ging gab es noch einen recht netten Himmel zu betrachten:


Am nächsten morgen ging es für uns nach dem Zähne putzen und einem kleinen Zwischenstopp in Port Augusta zum einkaufen weiter nach Norden zum Flinders Ranges Nationalpark. Der wurde uns vorher von irgendwelchen Backpackern empfohlen. Schon die ersten paar Kilometer, die wir Richtung Nationalpark gefahren sind gaben uns die Bestätigung, dass es die richtige Entscheidung war den doch recht großen Umweg in Kauf zu nehmen. Je weiter wir ins Inland gefahren sind, umso hügeliger wurde die Landschaft. Von wirklichen Bergen zu sprechen wäre vielleicht ein wenig übertrieben, aber es muss ja nicht immer hoch sein um geil auszusehen.
Wenn man nach Australien reist und eine Kamera dabei hat, dann ist das standardmäßige Fotomotiv mutmaßlich so ein Känguru-Warnschild. Wir haben jetzt schon einige Kilometer hier gemacht, aber auf dem Weg zum Nationalpark gab es dann das erste dieser Schilder, wo die Natur drum herum so lässig war, dass es mir ausgereicht hat ein paar Bilder zu schießen.


Ein paar Kilometer weiter gab es dann das nächste Highlight für uns. Und zwar stand auf einmal eine kleine Gruppe Emus am Straßenrand. Allgemein könnte man sagen, dass unser kleiner Abstecher unter dem Zeichen der australischen Tierwelt stand. Aber dazu später mehr Bildmaterial.


Wir hatten uns im Vorfeld im Touristcentre (ja, das ist die richtige australische Schreibweise) über die Campingmöglichkeiten im Nationalpark informiert. Da wir nach Möglichkeit kostenpflichtiges Camping umgehen wollten, verbrachten wir die Nacht erstmal in einer Rest Area ein paar Kilometer vor dem Nationalpark. Als wir wieder ein paar Sachen unter dem Auto deponierten, um unsere Aufmerksamkeit am nächsten Tag zu testen fiel uns nebenbei auf, dass wir die Challenge des Vortages gründlich in den Sand gesetzt haben. Unser Fischer-Equipment lag wohl noch auf der letzten Rest Area, 400 Kilometer weit entfernt. Wir sind einfach Spezialisten. Angesichts dieser maßlosen Dummheit ist es eigentlich ein Wunder, dass ich meine Kamera noch bei mir habe. Glücklicherweise überwog die Amüsanz unserer Verpeiltheit über den Ärger. Yolo.

Am nächsten morgen ging es dann in den Nationalpark und auf einen kleinen, acht Kilometer langen Wandertrip auf die Hügel drauf. Uns gefiel die Natur so gut, dass wir uns doch dazu entschieden, eine weitere Nacht in dem Nationalpark zu verbringen und dafür auch ein paar Campinggebühren in Kauf zu nehmen. Doch jetzt erstmal zur Wanderei:

Die ersten Kilometer gingen für uns durch einen bilderbuchwürdigen Wald. Leider war der Sommer sehr trocken gewesen, was zur Folge hatte dass die kleinen Bäche, die sicherlich wunderschön sind, allesamt ausgetrocknet waren. Ein bisschen Wasser gab es zwischendurch dann aber doch noch.


Als es dann die letzten gut 2 Kilometer auf einen der Hügel hinaufging, veränderte sich auch das Landschaftsbild ein wenig. Es wurde allgemein felsiger und ein wenig anstrengender zu bewandern - aber alles easy.


Oben angekommen folgte das nächste Kapitel bezüglich australischer Tierwelt. Und zwar fanden wir auf den Felsen haufenweise Echsen vor, die sich erstaunlich bereitwillig fotografieren ließen. Ziemlich lässig:



Nachdem wir gegen Nachmittag wieder an unserem Auto angekommen waren, brachen wir auf eine 110 Kilometer lange Rundfahrt durch den Nationalpark auf. Da 80 von 110 Kilometern nicht asphaltiert waren, sondern ziemlich Schotterig daherkamen, waren wir ein wenig verunsichert ob unser zwanzig Jahre alter Familienvan die Strecke mitmachen würde. Bei der Touristeninformation hatte man uns dies allerdings versichert - auch dazu später mehr :D

Ausgehend von dem, was wir auf der Strecke gesehen haben, war es ein Trip der sich absolut gelohnt hat. Wir bekamen Schluchten, Felsen und Kängurus zu Gesicht.







Als unsere Euphorie über all das Gesehene und den bevorstehenden Sonnenuntergang gerade seinen Hochpunkt erreicht hatte, passierte genau das, was wir am wenigsten haben wollten. Peng. Hinterreifen im Arsch. Unser kleines Schätzchen scheint also doch nicht so Offroad tauglich zu sein. Scheiße. Was jetzt? Bereits in Perth hatten wir uns nach längerer Zögerei dagegen entschieden, uns mit einem Jag auszustatten. Die Rechnung für diesen Leichtsinn kassierten wir in dem Moment prombt. Wir hatten noch gut 10 Kilometer bis zum Highway zurückzulegen und kaum eine andere Wahl, weil wir nunmal keine Möglichkeit hatten, den Ersatzreifen draufzuziehen. Nach weiteren fünf Minuten Schotterpartie hatten wir dann allerdings ein wenig mehr Glück. Und zwar trafen wir mitten im Nirgendwo auf zwei australische Familien um Urlaub. Die waren klüger als wir und hatten besagten Jag bei sich, wodurch wir dann doch nicht gezwungen waren, die letzten 40 Kilometer zurück zum Campingplatz im Schritttempo zurückzulegen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, womit wir so ein Glück verdient haben, sind doch nahezu alle unserer Probleme hausgemacht. Glücklicherweise kann man es auch positiv betrachten - es war ein Abenteuer!

Am nächsten Tag, Freitag, trafen wir dann die Entscheidung, bis Adelaide durchzufahren. Diese Entscheidung war begründet auf unsere Hoffnung, vielleicht ein wenig was mit der Band vom Highway zu unternehmen. So richtig haben wir nicht dran geglaubt, dass wir die tatsächlich nochmal zu Gesicht bekommen. War aber so. Sowohl Freitag als auch Samstag wurden wir auf recht unterhaltsame Privatpartys mitgenommen. Es war verdammt cool, mal mehr mit Australiern zu tun zu haben. Ich denke uns ist es auch recht gut gelungen, uns zu integrieren. Auf jeden Fall haben wir jetzt unfassbar viele neue Facebookfreunde und jede Menge coole Erinnerungen an coole Leute. 


Wer Workaholics kennt, Ethan sieht ja wohl mega so aus wie dieser eine Schauspieler oder? :D

Am Montag sind wir dann in unser nächstes Hostel gegangen, ist zwar nicht mega zentral, aber Adelaide ist so oder so eher klein. Das Hostel ist verdammt sauber und mit $18 pro Nacht auch echt verdammt günstig. Hier scheint zwar jeder zweite Backpacker aus Deutschland zu kommen, was für unsere Englischkünste wohl eher destruktiv daherkommt, dafür haben wir aber auch wieder mal viele neue nette Leute kennengelernt!

Unser weiterer Plan ist, jetzt doch recht zeitnah nach Melbourne weiterzuziehen. Zunächst steht allerdings noch eine Reifenreparatur an. Wer weiß, vielleicht geht am Wochenende ja nochmal was mit der Band. Bock hätten wir!

Wie letztes Mal gibt es auch heute wieder einen Überblick darüber, welche Strecke wir seit dem letzten Eintrag zurückgelegt haben. Mit dem nächsten Eintrag ist zu rechnen, wenn wir in Melbourne angekommen sind. Dann dürft ihr euch wohl auf Bilder von der Great Ocean Road freuen. Was wir bisher davon gesehen haben sieht verdammt geil aus!


Eine schöne Woche euch!
Jensen und Robin

Freitag, 11. April 2014

Arbeitsende/Hostel/Roadtrip

Endspurt bei der Arbeit


Nachdem Robin und Bruno für ihren zweiwöchigen Urlaub nach Bali geflogen sind, erwartete mich erstmal wieder der dreckige und ätzende Alltag. Von Arbeit gab es meiner Meinung nach in den letzten Einträgen schon genug zu lesen, deshalb springen wir einfach an den Punkt, wo was passiert. Und das war mein vorletzter Arbeitstag. Mittlerweile hatte sich auf dem Gelände geändert, dass ich nicht mehr mit Darren zusammen gearbeitet habe, sondern der Boss der Spedition – Ben - die Arbeit auf dem Platz übernommen hatte. Meine letzten Tage waren hauptsächlich davon geprägt, alle Maschinen und Trucks fertig zu machen, damit die Spedition so schnell wie möglich zu ihrer Arbeit in den Norden von Western Australia gelangen konnte. Ich weiß im Nachhinein nicht genau ob es vielleicht dieser allgemein hektischen Stimmung geschuldet war – auf jeden Fall sind mir am Samstag zwei von diesen



schweren Metalldingern auf den Finger gefallen. Das hatte sowohl was positives, als auch was negatives. Negativ war natürlich, dass mein Finger ein wenig beschädigt war. Positiv hingegen war, dass damit nach gut 4 Monaten endlich meine Arbeit vorbei war.
Nachdem ich mich verarztet hatte, der leeren Batterie vom Auto einen Jumpstart gegeben hatte und mir einen Energy-Dring gekauft hatte bin ich ins Krankenhaus gefahren. Gute Nachricht war, dass es nicht gebrochen war. War sowieso nur ein kleiner Cut.


Allerdings konnte man mir weder im Krankenhaus - noch bei dem Spezialisten den ich zwei Tage später aufsuchte - versichern, dass die Sehnen und Nerven intakt sind. Diese Unsicherheit hatte zur Folge, dass ich noch am gleichen Tag (Montag 17. März) in Joondalup operiert wurde. Glücklicherweise war ich dann doch nicht ganz alleine. Und zwar war ein paar Wochen vorher sowieso Laura, eine Freundin aus Deutschland nach Perth gekommen, die mit mir zum Arzt und auch zur Operation gefahren ist. Das war in jedem Fall eine ziemlich große Erleichterung für mich.

Direkt nach der OP, noch ein wenig benebelt.

Da man mir ne Vollnarkose reingehauen hatte, war es ziemlich gut dass Laura das Auto an meiner Stelle fahren konnte. Sie hat mich abends nach Perth in die Innenstadt gefahren, wo ich mich dann erstmal im Hostel ordentlich ausschlafen konnte.
Vom Hostel aus hab ich dann damit angefangen, alle möglichen Sachen mit der Versicherung zu klären. Die Kosten für die OP im Wert von $1500 musste ich nämlich erstmal aus eigener Tasche bezahlen. Ich könnte mich an dieser Stelle ewig lange über deutsche Bürokratie und dergleichen auslassen, darauf verzichte ich aber mal lieber. Im Endeffekt scheint es sich jetzt - nach gut einem Monat nämlich so geklärt zu haben, dass die Versicherung meines Arbeitgebers mir mein Geld wiedergibt und die offenen Rechnungen begleicht und nicht die Debeka, über die ich hier in Australien versichert bin. Ende vom Lied: mein linker Zeigefinger ist gut $5000 mehr Wert als zuvor - auch nicht schlecht.

Spinners Backpackers, Perth

Es tat mir in jedem Fall auch ziemlich gut, im Hostel mal wieder unter vielen Leuten zu sein. Habe echt viele neue Freunde gemacht. Was ist in der Hostelzeit noch so passiert? Naja, ich hab viel geschlafen und $70 Dollar mit kleinen Pokerrunden verdient (ohne mir die Hand zu brechen).


Abendliche Chillerei mit Andy

Außerdem war ich noch einen Abend bei bekannten von Freunden aus Deutschland zum Barbecue eingeladen. Es war ein wirklich sehr netter Abend!


Jeff und ich

Des weiteren stand ich immer noch recht intensiv mit Robin und Bruno in Bali in Kontakt, wo sich herausstellte dass aus Robin und dem Job im Norden doch nichts zu werden schien. Nach gut einer Woche, in der ich alleine im Hostel gelebt hatte, kamen Robin und Bruno wieder und wir waren wieder vereint. Bruno flog zwar am nächsten Tag direkt weiter nach Melbourne und ist mittlerweile wieder zu Hause in Deutschland - aber an seiner Stelle bekamen wir Gesellschaft im Hostel von Jule und Luca. Mit Jule haben Robin und ich ja gemeinsam Abi gemacht und Luca kannten wir auch schon flüchtig. Die beiden waren von Adelaide mit dem Auto nach Perth rüber gefahren.


Hier ein Bild von unserem kleinen Ausflug in den Kings Park.

Neben dem ganzen Versicherungsstress, den ich in unserer Hostelzeit zu durchleben hatte, kamen auf uns noch einige Reparaturen am Auto zu. Da unsere weiteren Pläne einen Roadtrip bis rüber an die Ostküste vorsahen, mussten wir das Auto auf Vordermann bringen. Kurzform: neue Batterie, zwei neue Reifen und die Bremsanlage reparieren lassen = $700.
Nachdem wir das alles erledigt hatten stand unserem Roadtrip eigentlich nichts mehr im Wege.

ROADTRIP

Nachdem wir uns von allen unseren neuen Freunden im Hostel verabschiedet hatten, ging es für Robin und mich zunächst gut 350 Kilometer landeseinwärts zum Wave Rock.


Auf der Strecke haben wir einige Buschfeuer gesehen und mir ist irgendwo zwischen Perth und dem Wave Rock dieses verlassene Auto im Acker vor die Linse gekommen:


Unsere erste Nacht haben wir in irgend-einer abgelegenen Straße am Highway verbracht und am nächsten morgen ging es dann in aller Frühe zum Wave Rock. Der Stein hat uns schon recht gut gefallen. Ich denke das lag einerseits daran, dass es nicht so ein klassisches Touristenziel ist und wir um 6 Uhr morgens nahezu das ganze Gelände für uns hatten. Auf jeden Fall einen Trip wert!



"Surfen" am Wave Rock

Nachdem wir das doch recht weitläufige Areal ausgiebig bewandert haben, ging es für uns weiter Richtung Süden - zum Meer. Unser nächstes Ziel war Esperance.



In Esperance angekommen erwartete uns mit Sicherheit eine der schönsten Küstenstraßen, die wir in unserem Leben bisher fahren durften. Des Weiteren bot uns der etwa 10.000 Mann stark besiedelte Ort die Möglichkeit, mal wieder unsere Lebensmittelvorräte verhältnismäßig günstig aufzustocken.


Den Abend haben wir dann mit ein paar Surfern direkt am Strand verbracht. War echt ziemlich langweilig, weil das alles in etwa 30 jährige Franzosen waren. Allerdings muss man gestehen, dass der Sonnenaufgang am nächsten morgen für den gammeligen Abend zuvor mehr als entschädigt hat! Da wir illegal an dem Strand gecampt haben, mussten wir etwa um 5 Uhr morgens raus, um die Wahrscheinlichkeit, vom Ranger gepackt zu werden, so klein wie möglich zu halten. Unser Glück:


Sonnenaufgang in Esperance


Und das mit Platz in der ersten Reihe



Nachdem wir uns bei Esperance noch den Cape Le Grand National Park genehmigt haben, ging es für uns weiter Richtung Norden. Und zwar nach Norseman. Norseman hat nicht wirklich was schönes zu bieten, ich denke der einzige Grund wieso da Leute wohnen ist, dass da zwei recht große Highways aufeinander treffen. Der Ort stellt also nicht gerade ein Highlight auf unserem Trip dar. Auf dem Weg dahin sind wir allerdings an mehreren ausgetrockneten Salzseen vorbeigefahren, die durchaus einen gewissen Reiz haben. Besonders, wenn mitten in diesen Seen tote Bäume rumstehen:


Der Rest des Weges bis nach Norseman - und auch die paar hundert Kilometer die danach kommen - sind nicht besonders Spektakulär. Das war auch der Grund dafür, dass wir an diesen Tagen mit durchschnittlich so um die 400 Kilometer recht viel Strecke zurückgelegt haben (Bei Durchschnittstempo 80 ist das viel). Ein Highlight war vielleicht der Streckenabschnitt, bei dem es 146,5 Kilometer einfach nur geradeaus ging (übrigens das längste Stück Straße in Australien, wo es nur gerade aus geht). Aber auch das war nach 10 Kilometern nicht mehr soooo spannend :D
Einen Abend haben wir noch ein schönes Lagerfeuer gemacht und sonst halt hauptsächlich fahren..


Feuerholz Beschaffung

Nach gut 1000 Kilometern durch die Nullarbor, gefühlt 1000 Moskitostichen, Spritpreisen bis zu $2,09/Liter (immer noch günstiger als in Deutschland), der Grenzüberquerung von Western Australia nach South Australia und einer Nacht oben auf dieser Klippe:


wurden wir mitten in der Wüste in South Australia notgedrungen für fünf Stunden zum Pausieren gezwungen. Irgendein heldenhafter Truckfahrer hat es fertig gebracht, seinen mit Chemikalien beladenen Truck am Straßenrand in Brand zu setzen und sich danach zu verziehen. Folge war, dass der Highway gesperrt wurde. Immerhin saßen wir zusammen mit etlichen anderen Reisenden fest, unter Anderem auch mit einer Band aus Adelaide, die in Perth ein Konzert gespielt hatten. Mit denen haben wir uns echt gut verstanden und wir werden uns mal bei denen melden, wenn wir in Adelaide ankommen. Uns wurde schon ordentlich Party und eine günstige Unterkunft in Aussicht gestellt.


Stillstand.

Nachdem sich die Geschichte mit der Chemiesache erledigt hatte, wir eine Nacht mit vier anderen deutschen Backpackern auf einem Highwayparkplatz verbracht hatten, und am nächsten morgen wieder einige Stunden gefahren sind, kamen wir irgendwann in Ceduna an. Unser Zwischenziel ist ja aktuell erstmal Adelaide, aber wir haben uns entschieden, den Trip bis dahin noch ein wenig in die Länge zu ziehen und einen Umweg am Meer entlang in Kauf zu nehmen. So sind wir irgendwann nachmittags in Smoky Bay angekommen und direkt auf Pelikane und zwei sehr nette Unternehmer aus Queensland gestoßen, die nach Krabben und Tintenfischen geangelt haben.


Nachdem wir uns davon haben überzeugen lassen, wie einfach es sei, in Australien zu angeln, haben wir uns dazu entschieden, noch einen Tag länger in Smoky Bay zu bleiben und am nächsten Tag auch unser Fischerglück auf die Probe zu stellen.
Und so haben wir am nächsten morgen zwei Tintenfische aus dem Meer gezogen (Robin wars, ich bin da irgendwie nicht so glücklich), die es dann mittags zusammen mit einer Reis-Gemüse-Pfanne gab. Saugeil!
Vom Angelfieber gepackt ging es für uns die 50 Kilometer zurück nach Ceduna, um uns um Outdoorshop unser eigenes Netz zum Krabbenfischen zu kaufen. Mit dem Equipment an Bord dann wieder zurück nach Smoky Bay und mit gut drei Stunden Zeitaufwand drei fette, blaue, recht wertvolle Krabben an Land zu ziehen.


Unser Glück war es, dass der Angelsteg ziemlich lang ins Meer hineinragte und somit unsere Chancen auf Erfolg erheblich verbesserte. Voller Euphorie über den Fang (im Meer angeln ist in South Australia übrigens für jedermann einfach so gestattet, nicht wie im dummen vollbürokratisierten Deutschland, wo man für den kleinsten Piss nen Schein brauch) und voller Appetit standen wir da also auf dem Steg, als es plötzlich angefangen hat, brutalst zu regnen. Scheiße. Da das Wetter zuvor schon nicht sonderlich gut - und für australische Verhältnisse echt kalt - war, hatten wir natürlich alle unsere Pullover schichtweise übereinander an - alle klitschnass.
Die Länge des Steges wurde uns an dem Punkt zum Verhängnis, als wir mit unserem ganzen Equipment und dem Fang zum Auto rennen mussten. Aber was nun? Da wir keinen fischigen Geruch im Auto haben wollten (immerhin schlafen wir da drin), haben wir die Krabben erstmal in ihren Tüten neben das Auto gelegt, um uns in Ruhe im Auto beratschlagen zu können. Nach zehnminütigem Beratungsprozess kamen wir zu dem Entschluss, dass wir zurück zu unserem Unterstand von letzter Nacht fahren und dort die Krabben kochen. Also: Motor an, zurück gesetzt, lautes knartschiges Geräusch der zerbrechenden Krabbenpanzer - alle drei prächtigen, wertvollen, ja sogar majestätischen Tiere.... Matsche. Scheißdreck.

Wir sind einfach Helden. Unnötiger hat bestimmt noch niemand auf dieser Welt was aus dem Meer gezogen. Nachdem wir unseren Frust ausgeschlafen hatten, trafen wir die Entscheidung einfach weiter zu fahren. Der Ort hat uns einfach zu sehr an unser Versagen erinnert.

Frustriert vom recht schlechten Wetter haben wir ziemlich viel auf der Strecke ausgelassen. Übers Internet hatten wir von einem recht netten Campingplatz auf unserer Route erfahren, wo es freies WiFi gibt. Internet klang echt gut für uns, also fiel die Entscheidung schnell, dort hinzufahren. Dort angekommen, erwartete uns ein Erlebniscamp von einer katholischen Jungenschule aus der Region. Aber es war kein Problem, dass wir auch auf dem Platz nächtigen konnten. Unser Host, Malcolm, ist ein wirklich sehr netter Typ. Wir wurden mit zum Barbecue eingeladen, bekamen sämtliche essbare Überbleibsel des Schülercamps und entschieden uns prompt, noch einen Tag länger hier zu bleiben. Morgen geht es dann für uns weiter nach Port Lincoln, der nächstgrößeren Stadt, wo einer der Betreuer dieses Camps mit uns Fischen gehen will.



Nyroca Campingplatz

Wir sind in jedem Fall guter Dinge und melden uns voraussichtlich das nächste mal so in eineinhalb Wochen aus Adelaide. Bis dahin dürften wir wieder so viel erlebt haben, um noch einen recht großen Eintrag verfassen zu können.
Vielleicht rappelt Robin sich ja auch noch auf, und macht einen Eintrag über seine und Brunos Zeit in Bali, wäre sicherlich interessant. Aber das wird die Zukunft zeigen.
Einen Überblick über die bisher zurückgelegte Strecke gibt es hier:

Quelle: Google Maps


In diesem Sinne wünschen wir Euch allen ein frohes Osterfest (wir wissen nicht genau wann das ist, aber vermutlich jetzt bald) und bleibt geschmeidig ;)

Jensen und Robin