Montag, 4. August 2014

Sydney - Brisbane

Ich habe also für gut $90 den Bus von Sydney bis nach Coffs Harbour genommen, wo mich Gabriel und die beiden Mädels mitten in der Nacht eingesammelt haben. Am Anfang des Trips haben wir eigentlich immer noch recht viel unternommen. So waren wir beispielsweise in Coffs Harbour Kanu fahren. War recht witzig. Kanu fahren halt.




Nach ein paar Tagen am Strand und auf dem Highway war das nächste größere Ziel unseres Trips Byron Bay. Dort haben konnten wir für ein paar Groschen in einem Hostel im Garten zelten. Die Arts Factory, so hieß das Hostel ist in etwa die größte Hippie-Kommune, die ich bisher gesehen habe. War zwar eine etwas verrückte Welt, aber einfach richtig, richtig entspannt.


Neben der Gammelei hatten wir aber auch unsere aktiveren Tage in Byron. So sind wir natürlich wieder Party machen gegangen, haben aber auch viel Zeit am Strand verbracht, wo ich an einem Tag in Mark reingerannt bin. Das ist jetzt vielleicht eher interessant für Robin, weil er Mark kennt (Falls Robin den Blog noch verfolgt :D). Mark war ein Engländer, den wir in Adelaide kennengelernt hatten.


Wir sind dann noch alle zusammen zum Leuchtturm in Byron Bay gelaufen, wo übrigens der östlichste Punkt des australischen Festlandes ist. War ein lässiger Tag.


Vom Leuchtturm aus konnte man etliche Wale und Delphine im Wasser sehen.




Nach unseren vier Tagen in Byron Bay und einem kleinen Ausflug nach Nimbin, bei dem uns dank Gabriels souveräner Spritkalkulation auf dem Rückweg der Tank leer ging (4 Kilometer joggen für mich), hieß unser nächstes Ziel Brisbane. Auf dem Weg haben wir noch eins zwei Nächte irgendwo illegal auf Feldwegen geschlafen. Gabriel ist ein ziemlich geiziger Typ, also waren es im Endeffekt nur wir drei, die in Brisbane ins Hostel gegangen sind. 
Brisbane war aus mehreren Gründen eines der Highlights unseres Trips. Zunächst einmal gibt es in Brisbane eine Lagune mitten in der Innenstadt, wo man sich den ganzen Nachmittag in die Sonne legen kann. Wir waren mittlerweile glücklicherweise schon so weit nördlich, dass es wieder richtiges T-Shirt Wetter war. 


Helena und ich bei der Lagune in Brisbane

Nächstes Highlight war das Halbfinale gegen Brasilien. Das war denke ich überall auf der Welt ein Highlight. Aber es hatte schon Stil um 6 Uhr morgens in der Kälte draußen in der Hostelbar mit anderen deutschen zu sitzen und einfach nur zu genießen. 


Die Frühstückszigarette nach dem geschafften Finaleinzug

Wenn ein Tag schon so grandios anfängt, geht er auch grandios weiter. Die Erfahrung haben wir zumindest gemacht. Grund dafür war, dass wir am Abend als wir gerade zwecks Alkohol auf dem Weg zum Liquor Store waren, von einem netten Herrn angesprochen wurden, ob wir nicht Lust hätten das State Of Origin zu sehen. Für alle (vermutlich viele) denen das nichts sagt: Das Statet Of Origin ist in Australien quasi das größte Rugby Highlight. Es spielen jedes Jahr die besten Spieler aus New South Wales gegen die Besten aus Queensland. Die Begründung, wieso er uns seine Karten einfach geschenkt hat, macht die Geschichte noch besser. Er hatte die Karten wohl von seiner Firma geschenkt bekommen, sei allerdings kein Rugbyfan und würde es doch bevorzugen, die Nacht mit seinen Freunden in einem Stripclub zu verbringen, als im Stadion. Glück muss man haben.. Und wir hatten sogar echt gute Plätze auf der Haupttribüne (Reihe 7). Das Ausmaß unseres Glücks wurde uns erst bewusst, als unser Sitznachbar uns erzählte dass er über $200 für sein Ticket ausgegeben hat. Der Hammer!



Den letzten Tag in Brisbane haben wir dann hauptsächlich im botanischen Garten verbracht, wo diese unschuldige Echse Opfer von Gabriels Tierquälergenen wurde. Er wollte dass sie sich bewegt und "was cooles macht", woraufhin er sie so lange in Bedrängnis gebracht hat, bis er sie letzten Endes in den Teich geschubst hat :D Da kommt halt der Amerikaner ein bisschen durch, keinen Respekt vor nix. Insgesamt wurden auf dem Trip folgende Tiere Opfer von Gabriel: Oktopus, Echse, Wasserschnecke, kleinere Echse, Kookaburra, Schlange, Wombat.






Sonntag, 3. August 2014

Nachtrag: Die Sydney-Zeit

Im Endeffekt ist alles anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt habe – das nehme ich von vorn herein schon mal vorweg. Auch dass es mit dem Autoverkauf nicht ganz so reibungslos gelaufen ist, wie ich es mir erhofft hatte kann ich schon mal so hinstellen.

Dass ich Sydney verlassen habe liegt mittlerweile, meiner Unzuverlässigkeit mit der Bloggerei geschuldet, auch schon über einen Monat zurück. Es gibt auf mehreren Ebenen so viel was ich über die Zeit dort berichten könnte, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Ich glaube ein Versuch, den Monat in Sydney chronologisch abzuarbeiten wäre sowohl für mich, als auch für denjenigen der es im Endeffekt lesen muss, Selbstmord. Also beginne ich einfach mit dem Auto:

Als Robin noch mit mir zusammen in Sydney war, hatten wir uns ja bereits mit einem Typen getroffen, der uns das Auto für $2000 abkaufen wollte. Unglücklicherweise hat sich dieser Pisser nicht mehr gemeldet, woraufhin ich mich nach gut einer Woche veranlasst sah, die Karre für weniger Geld wieder ins Internet zu stellen. Ich habe zu der Zeit - daran kann ich mich noch erinnern - gemutmaßt, dass der arme Kerl in der Zwischenzeit das Zeitliche gesegnet hatte..
Dann ist erstmal lange nichts passiert, was ich jedoch durch die ganzen coolen Leute im Hostel und regelmäßigen Alkoholkonsum über einen recht langen Zeitraum verdrängt bekommen habe. Einige Zeit - und einige Preiskorrekturen nach unten später hat sich dann endlich nochmal jemand gemeldet. Sein Angebot war mit $1400 zwar schon erheblich niedriger, aber mir ist die Situation allmählich schlicht und einfach auf den Sack gegangen (Mein Lebensstil in Sydney war auch nicht gerade der billigste).
Mit vollem Enthusiasmus habe ich mich also wieder in den Zug gesetzt um mich mit dem neuen Interessenten beim Auto zu treffen (war ein wenig außerhalb geparkt)...

(An diesem Punkt möchte ich darauf hinweisen, dass ich im folgenden Abschnitt an gewissen Stellen lieber andere, bösere und menschenverachtendere Formulierungen gewählt hätte, ich mir aber nicht über mögliche rechtliche Konsequenzen bewusst bin und die betreffenden Begriffe einfach durch süße Tierbeschreibungen ausgetauscht habe. Wer die unzensierte Version - und damit verbunden die volle Portion an Hass erleben möchte, der spreche mich doch bitte einfach drauf an.)

Was mich am Auto erwartet hat, war der selbe kleine niedliche Hundewelpe, der mir einige Zeit vorher noch $2000 angeboten hat. Immerhin hat er sich die Mühe gemacht, dieses mal mit einem anderen Auto zu kommen und noch - bevor er mir überhaupt hallo gesagt hat - klarzustellen dass er der Zwillingsbruder des anderen sei. Das war mit Abstand die verrückteste und lächerlichste Situation in der ich mich mal befunden habe. Bei der Probefahrt hat dieses knuffige kleine Lämmchen dann auch noch schön den Wagen ordentlich auf den Bordstein gesetzt, die Bremsanlage überstrapaziert sodass wir noch eine herzzerreißende halbe Stunde der Zweisamkeit hatten in denen ich mich nett mit ihm unterhalten musste. Immerhin hat er am Ende der Probefahrt ein bisschen getankt, was mich zu der Annahme brachte, dass er dieses mal zumindest nicht wieder einfach meine Anrufe ignorieren würde.
Ich wurde von ihm noch gut vier mal versetzt, mit der Begründung dass er das Geld noch nicht beisammen hätte und dann nach gut einer Woche habe ich natürlich wieder nichts mehr von ihm gehört. Auch auf meine Angebote, ihm das Auto für weniger zu geben kam keine Reaktion, sodass die Geschichte damit endet, dass ich die Karre für $400 an zwei andere Deutsche aus meinem Hostelzimmer verscherbelt habe. Klingt scheiße - ist es auch. Wendet sich aber auch noch zum Guten..


Hier das letzt Selfie mit unserem geliebten Tarago

Jetzt aber zu positiveren Themen:
Es fiel mir nicht schwer, so lange in Sydney zu bleiben, weil ich einfach richtig coole Leute um mich herum hatte. Schon ziemlich schnell nach Robins Abreise habe ich mich ziemlich gut mit einer Gruppe von anderen Deutschen angefreundet, zu denen ich dann auf Dauer auch aufs Zimmer gewechselt bin. Wir haben regelmäßig Party miteinander gemacht und haben natürlich auch ordentlich die WM zusammen verfolgt. Ich hatte mir zwar ein weiser Voraussicht schon ein Deutschland-Trikot mitgenommen, allerdings war das nach den vier Monaten an der Westküste vom Staub ziemlich mitgenommen. Aus meiner Zuversicht heraus, dass wir es dieses Jahr verdammt weit schaffen würden, hab ich mich kurzerhand dazu entschlossen, $100 in ein neues Prachtstück von Nationalzugehörigkeit zu investieren.


Nach der Portugal-Gala

Außerdem habe ich noch Kevin kennengelernt, einen verdammt coolen Typen aus San Diego. Wir haben so viel zusammen rumgealbert und Party gemacht, dass ich momentan mit dem Gedanken spiele einfach nächstes Jahr mal über den großen Teich zu fliegen und mir Kalifornien anzusehen. Er hat seinen Trip nach Deutschland auch schon geplant.


Kevin und Lucia

Kevin und Kevin

Soooo. Was ist mir noch so in Sydney passiert? Achja, ich habe den witzigen alten Mann aus dem Internet getroffen. Und wenn man eine Berühmtheit trifft, macht man natürlich auch ein Foto zusammen.


Und weil ich jetzt schon so oft erwähnt habe, dass ich so viel Party gemacht hätte, darf natürlich auch kein Partyfoto fehlen.


Der Wendepunkt für mich, der mich im Endeffekt hat Sydney verlassen lassen war, als ich Helena und Sophia getroffen habe. Die beiden waren zwar schon ein paar Tage im Hostel, aber ich hatte mich bis auf einmal in der Hostelküche, wo ich ihre Bratkartoffeln kritisiert habe, nicht wirklich was mit ihnen zu tun. Irgendwann haben wir dann aber doch mal miteinander geredet und mussten feststellen dass wir nicht nur alle die gleichen Pläne haben, sondern uns auch ziemlich gut verstehen. Besoffen haben wir dann beschlossen, zusammen die Ostküste hochzureisen und das musste ich dann auch irgendwie einhalten. Also habe ich das Auto verscherbelt.


Ich mit Sophia und Helena


Die beiden hatten eine Mitfahrgelegenheit bei einem Amerikaner gefunden. Die drei sind vorgefahren und ich habe dann, nachdem ich alles mit dem Auto geregelt habe, nach ein paar Tagen den Bus Richtung Norden genommen und mich in Coffs Harbor dem Trip angeschlossen.

Es war einerseits ein verdammt gutes Gefühl, endlich wieder unterwegs zu sein und was zu unternehmen, aber auf der anderen Seite war ich nach so langer Zeit natürlich auch recht wehmütig, dass ich Sydney und das Original Backpackers hinter mir lassen musste.