Mittwoch, 23. April 2014

Roadtrip die Zweite - Adelaide

Nachdem wir uns noch zwei Tage länger in besagtem Scout-Camp aufgehalten haben (die Vorzüge der billigen Unterkunft, des freien WiFis und nicht zu guter letzt der netten Gesellschaft waren einfach nicht zu verachten), ging es für uns weiter Richtung Port Lincoln. Bevor wir aufgebrochen sind gab es aber natürlich noch einen kleinen Fototermin zusammen mit unserem Host Malcolm:


Da wir von Malcolm noch ordentlich mit Eiern und Toastbrot ausgestattet wurden, gab es am nächsten Morgen in Port Lincoln ein schönes, gepflegtes Frühstück mit Spiegelei, Bacon, Kaffee und einer recht netten Aussicht auf den örtlichen Hafen.


Da wir jetzt doch recht lange auf der Straße waren und hauptsächlich Natur und uns gegenseitig gesehen haben, wurde es für uns so langsam auch mal wieder Zeit, unter andere Backpacker zu kommen. So trafen wir die Entscheidung, noch eine Nacht länger in Port Lincoln zu bleiben und im örtlichen YHA Hostel unterzukommen. Das Hostel war zweifelsohne das sauberste, allerdings auch teuerste Hostel in dem wir bisher waren. Leider waren alle anderen Backpacker da so um die 30 und langweilig. Gute Sache war, dass wir als Hostelinsassen für $12 ein recht geiles Schnitzel mit Pommes in einem örtlichen Hotel bekommen haben. Und dazu gab es sogar noch ein Bier. Das ist für Australien schon echt billig.


War nicht so geil. Krönung des Aufenthalts war das Frühstück am nächsten Morgen. Ich hab mir Toast gemacht und mich erstmal auf mein Essen konzentriert, bevor ich mich ums sauber machen gekümmert habe. Da lagen dann halt für etwa 10 Minuten fünf Brotkrümel am Toaster rum, was für die Hostelbesitzerin Grund genug war, Robin eine Szene zu machen, wieso er so unordentlich sei. Als sie ihn dann auch noch als Lügner bezeichnet hat und darauf verwies, dass sie sich das Beweismaterial für Robins Verbrechen auch auf der Videoüberwachungs-anlage ansehen könnte war echt genug (Don't lie to me - I can see it on the camera!). Wir sind aber sowas von zügig da abgezogen :D Verspießte Pute.

Die Situation war für uns so skurril, dass wir noch schnell ein Foto von den drei Brotkrumen geschossen haben. Das mag für euch jetzt unspektakulär sein, das ist uns aber egal. Wenn wir uns da irgendwann wieder mit Hilfe des Blogs dran erinnern, dann haben wir nämlich mal wieder einen schönen Anreiz zum böshaftigen Auslassen.


Nachdem wir uns dann aus Port Lincoln verzeuselt hatten, ging es für uns wieder gen Norden. Nach ein paar hundert Kilometern haben wir uns von Whyalla aus auf einen kleinen Umweg begeben um uns noch eine stillgelegte Mine anzusehen, die in der Touristenbroschüre recht geil aussah.

Whyalla

War nur gut ein 100 Kilometer umweg dachten wir uns - also warum eigentlich nicht? Dort angekommen gab es dann die Information, dass man dort vor ein paar Monaten wieder den Betrieb aufgenommen hatte - also nix mit Besichtigung. Das ist auch so typisch Australien. Die legen das Teil für 30 Jahre still und entscheiden sich dann auf einmal wieder weiterzubuddeln. Aber auf die Idee, dafür zu sorgen, dass die Leute keinen Umweg für nix und wieder nix in Kauf nehmen kommt auch niemand. Immerhin gab es noch ein kleines ranziges Haus zum fotografieren.


Wir sind am selben Tag dann einfach noch bis kurz vor Port Augusta gefahren. Wer den letzten Eintrag aufmerksam gelesen hat, erinnert sich sicherlich noch an unser kleines Debakel mit den Krabben in Smoky Bay. Da wir immer noch nicht so ganz unsere Verpeiltheit akzeptieren konnten, haben wir seitdem gewisse Gegenstände wie beispielsweise das Fischernetz über Nacht unterm Auto deponiert. Als kleine "Challenge für unsere Aufmerksamkeit". In der Rest Area, in der wie diese Nacht verbracht hatten haben wir noch gemütlich gekocht und uns dann die Pläne für den nächsten Tag zurecht gelegt. Bevor es ans Schlafen ging gab es noch einen recht netten Himmel zu betrachten:


Am nächsten morgen ging es für uns nach dem Zähne putzen und einem kleinen Zwischenstopp in Port Augusta zum einkaufen weiter nach Norden zum Flinders Ranges Nationalpark. Der wurde uns vorher von irgendwelchen Backpackern empfohlen. Schon die ersten paar Kilometer, die wir Richtung Nationalpark gefahren sind gaben uns die Bestätigung, dass es die richtige Entscheidung war den doch recht großen Umweg in Kauf zu nehmen. Je weiter wir ins Inland gefahren sind, umso hügeliger wurde die Landschaft. Von wirklichen Bergen zu sprechen wäre vielleicht ein wenig übertrieben, aber es muss ja nicht immer hoch sein um geil auszusehen.
Wenn man nach Australien reist und eine Kamera dabei hat, dann ist das standardmäßige Fotomotiv mutmaßlich so ein Känguru-Warnschild. Wir haben jetzt schon einige Kilometer hier gemacht, aber auf dem Weg zum Nationalpark gab es dann das erste dieser Schilder, wo die Natur drum herum so lässig war, dass es mir ausgereicht hat ein paar Bilder zu schießen.


Ein paar Kilometer weiter gab es dann das nächste Highlight für uns. Und zwar stand auf einmal eine kleine Gruppe Emus am Straßenrand. Allgemein könnte man sagen, dass unser kleiner Abstecher unter dem Zeichen der australischen Tierwelt stand. Aber dazu später mehr Bildmaterial.


Wir hatten uns im Vorfeld im Touristcentre (ja, das ist die richtige australische Schreibweise) über die Campingmöglichkeiten im Nationalpark informiert. Da wir nach Möglichkeit kostenpflichtiges Camping umgehen wollten, verbrachten wir die Nacht erstmal in einer Rest Area ein paar Kilometer vor dem Nationalpark. Als wir wieder ein paar Sachen unter dem Auto deponierten, um unsere Aufmerksamkeit am nächsten Tag zu testen fiel uns nebenbei auf, dass wir die Challenge des Vortages gründlich in den Sand gesetzt haben. Unser Fischer-Equipment lag wohl noch auf der letzten Rest Area, 400 Kilometer weit entfernt. Wir sind einfach Spezialisten. Angesichts dieser maßlosen Dummheit ist es eigentlich ein Wunder, dass ich meine Kamera noch bei mir habe. Glücklicherweise überwog die Amüsanz unserer Verpeiltheit über den Ärger. Yolo.

Am nächsten morgen ging es dann in den Nationalpark und auf einen kleinen, acht Kilometer langen Wandertrip auf die Hügel drauf. Uns gefiel die Natur so gut, dass wir uns doch dazu entschieden, eine weitere Nacht in dem Nationalpark zu verbringen und dafür auch ein paar Campinggebühren in Kauf zu nehmen. Doch jetzt erstmal zur Wanderei:

Die ersten Kilometer gingen für uns durch einen bilderbuchwürdigen Wald. Leider war der Sommer sehr trocken gewesen, was zur Folge hatte dass die kleinen Bäche, die sicherlich wunderschön sind, allesamt ausgetrocknet waren. Ein bisschen Wasser gab es zwischendurch dann aber doch noch.


Als es dann die letzten gut 2 Kilometer auf einen der Hügel hinaufging, veränderte sich auch das Landschaftsbild ein wenig. Es wurde allgemein felsiger und ein wenig anstrengender zu bewandern - aber alles easy.


Oben angekommen folgte das nächste Kapitel bezüglich australischer Tierwelt. Und zwar fanden wir auf den Felsen haufenweise Echsen vor, die sich erstaunlich bereitwillig fotografieren ließen. Ziemlich lässig:



Nachdem wir gegen Nachmittag wieder an unserem Auto angekommen waren, brachen wir auf eine 110 Kilometer lange Rundfahrt durch den Nationalpark auf. Da 80 von 110 Kilometern nicht asphaltiert waren, sondern ziemlich Schotterig daherkamen, waren wir ein wenig verunsichert ob unser zwanzig Jahre alter Familienvan die Strecke mitmachen würde. Bei der Touristeninformation hatte man uns dies allerdings versichert - auch dazu später mehr :D

Ausgehend von dem, was wir auf der Strecke gesehen haben, war es ein Trip der sich absolut gelohnt hat. Wir bekamen Schluchten, Felsen und Kängurus zu Gesicht.







Als unsere Euphorie über all das Gesehene und den bevorstehenden Sonnenuntergang gerade seinen Hochpunkt erreicht hatte, passierte genau das, was wir am wenigsten haben wollten. Peng. Hinterreifen im Arsch. Unser kleines Schätzchen scheint also doch nicht so Offroad tauglich zu sein. Scheiße. Was jetzt? Bereits in Perth hatten wir uns nach längerer Zögerei dagegen entschieden, uns mit einem Jag auszustatten. Die Rechnung für diesen Leichtsinn kassierten wir in dem Moment prombt. Wir hatten noch gut 10 Kilometer bis zum Highway zurückzulegen und kaum eine andere Wahl, weil wir nunmal keine Möglichkeit hatten, den Ersatzreifen draufzuziehen. Nach weiteren fünf Minuten Schotterpartie hatten wir dann allerdings ein wenig mehr Glück. Und zwar trafen wir mitten im Nirgendwo auf zwei australische Familien um Urlaub. Die waren klüger als wir und hatten besagten Jag bei sich, wodurch wir dann doch nicht gezwungen waren, die letzten 40 Kilometer zurück zum Campingplatz im Schritttempo zurückzulegen. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, womit wir so ein Glück verdient haben, sind doch nahezu alle unserer Probleme hausgemacht. Glücklicherweise kann man es auch positiv betrachten - es war ein Abenteuer!

Am nächsten Tag, Freitag, trafen wir dann die Entscheidung, bis Adelaide durchzufahren. Diese Entscheidung war begründet auf unsere Hoffnung, vielleicht ein wenig was mit der Band vom Highway zu unternehmen. So richtig haben wir nicht dran geglaubt, dass wir die tatsächlich nochmal zu Gesicht bekommen. War aber so. Sowohl Freitag als auch Samstag wurden wir auf recht unterhaltsame Privatpartys mitgenommen. Es war verdammt cool, mal mehr mit Australiern zu tun zu haben. Ich denke uns ist es auch recht gut gelungen, uns zu integrieren. Auf jeden Fall haben wir jetzt unfassbar viele neue Facebookfreunde und jede Menge coole Erinnerungen an coole Leute. 


Wer Workaholics kennt, Ethan sieht ja wohl mega so aus wie dieser eine Schauspieler oder? :D

Am Montag sind wir dann in unser nächstes Hostel gegangen, ist zwar nicht mega zentral, aber Adelaide ist so oder so eher klein. Das Hostel ist verdammt sauber und mit $18 pro Nacht auch echt verdammt günstig. Hier scheint zwar jeder zweite Backpacker aus Deutschland zu kommen, was für unsere Englischkünste wohl eher destruktiv daherkommt, dafür haben wir aber auch wieder mal viele neue nette Leute kennengelernt!

Unser weiterer Plan ist, jetzt doch recht zeitnah nach Melbourne weiterzuziehen. Zunächst steht allerdings noch eine Reifenreparatur an. Wer weiß, vielleicht geht am Wochenende ja nochmal was mit der Band. Bock hätten wir!

Wie letztes Mal gibt es auch heute wieder einen Überblick darüber, welche Strecke wir seit dem letzten Eintrag zurückgelegt haben. Mit dem nächsten Eintrag ist zu rechnen, wenn wir in Melbourne angekommen sind. Dann dürft ihr euch wohl auf Bilder von der Great Ocean Road freuen. Was wir bisher davon gesehen haben sieht verdammt geil aus!


Eine schöne Woche euch!
Jensen und Robin

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